Samy Deluxe Unplugged in Hannover

Er ist der erfolgreichste deutsche Rapper und kehrte mit seinem MTV Unplugged Konzert in die Stadt zurück, wo 1995 alle begann: Samy Deluxe begeisterte 4.600 Fans in der hannoverschen SwissLife Hall.

Bevor es akustisch wurde, durfte Samys „Bruder“ Afrob ran und sorgte für reichlich gute Laune. Auch für ihn war es ein kleines Heimspiel, wuchs er doch in der Stadt auf, die in Hannover nur als „verbotene Stadt“ betitelt wird. „Da fährst du 100 Kilometer und die Leute hassen sich. Aber, Refugees welcome!“, witzelt Afrob zu Beginn seines Sets. Doch er heizt die Halle ordentlich ein und so stellt sich die perfekte Partystimmung ein.

Nach seinem Set dauert es nicht lange, bis sich das DLX-Ensemble auf der typisch eingerichteten MTV Unplugged Bühne mit zwei Schlagzeugen, Kontrabass, Akustik-Gitarren, aber eben auch mit Keyboards versammelt und Samy Deluxe mit seinem „Poesiealbum“ in den Abend startet.

Was folgt ist eine bunte Reise durch das Repertoire des inzwischen 41 Jahre alten „Oldscool Rappers“, der mit seinem Unplugged Konzert eindrucksvoll beweist, dass akustisch auch mit vielen schnellen Worten geht. Oft zeigt er dabei, dass sich die Worte auch mal überschlagen können – alles jedoch mit Stil und Gefühl.

Er vergisst dabei nicht auch zurückzuschauen, bringt Erinnerungen mit in den Abend und berichtet in „Wer ich bin“, dass er „zu weiß für die Schwarzen und zu schwarz für die Weißen“ war und damit auch auf ein weiterhin präsentes Rassismusproblem hinweist.

Samy ist inzwischen Familienvater und vergisst dabei auch nicht ein „Superheld“ für seinen Sohn zu sein.

Zum Ende will er dann doch noch „ein bisschen durchdrehen“ und holt sich seinen „Bruder“ Afrob mit auf die Bühne und damit die gemeinsame ASD-Zeit zurück. Auch die „Beginner“ fehlen natürlich nicht und so sind die „Füchse“ auch mit am Start.

Den Fans gefällt es, so feiern den Abend – niemand sitzt mehr, alles tanzt und Samy Deluxe rappt, singt, haut die Beatbox raus und macht auf Free-Style und liefert einen grandiosen Abend ab, der dann nach zwei, schnellen, Stunden doch irgendwann leider vorbei ist.